16.10.2018 09:04
Gruppenfoto mit Honiggläsern in der Hand vor den Bienenstöcken.

Foto: Flughafen Graz. v.l.: Imkermeister Mag. Dr. Michael Rubinigg, Alexandra Eller, Mag. Gerhard Widmann.

Bienen sorgen für prämierten Flugverkehr

Die Bienenvölker, die der Flughafen Graz seit Mai 2017 beherbergt, produzieren nicht nur einen gesunden, sondern seit 13.10.2018 auch prämierten Honig.

Feldkirchen bei Graz, 16. Oktober 2018: Am vergangenen Wochenende wurde der Honig der Flughafen Graz-Bienen bei der vom Steirischen Landesverband für Bienenzucht jährlich veranstalteten Honigprämierung in der Kategorie „Lindenhonig“ mit Silber ausgezeichnet. Nach einer Laboruntersuchung im Juni 2018, bei der keine Umweltverschmutzung nachgewiesen werden konnte, ein weiteres Zeichen für seine hohe Qualität.

Seit 2017 herrscht im Süden des Flughafen Graz ein ganz besonderer bzw. ganz besonders starker Flugverkehr: Bis zu 400.000 Honigbienen gehen hier ihrer Arbeit nach. Um sie dabei bestmöglich zu unterstützen, hat der Flughafen Graz Imkermeister Mag. Dr. Michael Rubinigg mit der Pflege beauftragt, der die Bienen seither mit viel Wissen und großer Liebe pflegt und hegt. „Für die Arbeit mit den Bienen an sich macht es keinen Unterschied, ob die Stöcke auf dem Flughafenareal stehen oder nicht“, erklärt Dr. Michael Rubinigg, “für mich ist es aber etwas Besonderes und ich bin stolz, dass der Honig schon in so kurzer Zeit prämiert wurde!“

Natürliche Bio-Indikatoren
Die Bienen sind lebende „Biodetektive“, die klar zeigen, wie es um die Luft-und Wassergüte sowie die Düngerbelastung in ihrem Umfeld bestellt ist. Im Juni 2018 wurde daher der Honig der Bienen auf zahlreiche Schadstoffe untersucht, die unter anderem auch bei Flugverkehr entstehen können (verschiedene organische und anorganische Substanzen wie Schwermetalle und polyzyklische Kohlenwasserstoffe). Dabei konnte keine auf den Flugbetrieb zurückzuführende Verschmutzung festgestellt werden.

„Wir haben am Flughafen sehr viel Freude mit diesem Projekt, das von unserer Mitarbeiterin Alexandra Eller initiiert und gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen weiterentwickelt wurde“, erklärt Mag. Gerhard Widmann, Geschäftsführer des Flughafen Graz. „Zum einen, weil der Erfolg direkt an der Qualität und Quantität des Honigs abgelesen werden kann, zum anderen, weil wir so den Beleg haben, dass es durch den Flughafen bzw. Flugbetrieb zu keinen nachweisbaren Schäden in unserem direkten Flughafenumfeld kommt.“

Die Flughafen-Bienen – starker Flugverkehr ist garantiert
Seit Sommer 2017 stehen im Süden des Flughafenareals 8 Bienenstöcke zur Honigproduktion mit - je nach Saison und Stärke - 10.000 bis 50.000 erwachsenen Arbeiterinnen pro Bienenvolk, somit insgesamt 80.000 (Winter) bis 400.000 (Anfang Mai) Arbeiterinnen.
Im Jahr 2018 konnten rund 300 kg Honig geerntet werden, der nun ausschließlich vom Bereich des Flughafens (Umkreis von etwa 3 km um den Bienenstand) stammt.

Das Flughafenareal – ein überraschender Naturschatz
Die Fläche es Flughafen Graz besteht unter anderem aus rund 230 Hektar Wiese. Damit liegt in seinem Betriebsareal die größte zusammenhängende Wiesenfläche einer ganzen Region. Da sie (bis auf wenige Ausnahmen) nur 2-3 Mal pro Jahr gemäht und seit einiger Zeit nicht mehr gedüngt wird, steht vielen verschiedenen Tieren und Pflanzen ein ganz besonderer und heute seltener Lebensraum zur Verfügung.