14.10.2011 11:05
Foto der Rettungsmannschaften bei der Notfallübung

Foto: A.Witek /Flughafen Graz

Umfassende Notfallübung am Flughafen Graz stattgefunden

Etwa 300 Personen haben heute am Flughafen Graz für den Ernstfall geprobt.

Feldkirchen bei Graz, 14. 10. 2011: Rauch steigt in den Himmel, ein Baucontainer brennt. Neben einer Flugzeug(attrappe) liegt verstreutes Gepäck. Feuerwehr, Rettungsdienste und Bundesheer laufen über den Schauplatz, löschen, retten, sondieren die Lage – dazwischen stehen oder sitzen Verwundete, die noch auf ihre Betreuung warten. Doch: Das alles ist Gott sei Dank nur Training!

Aber, es ist ein Training, das ernst genommen wird, todernst! Regelmäßig wird am Flughafen Graz für den Ernstfall geübt. Über die Jahre sind die Übungen größer und aufwendiger geworden, denn jede Übung bringt neues Wissen und den Willen sich noch größeren Herausforderungen zu stellen.
„Mindestens alle 2 Jahre wird am Flughafen Graz eine große Notfallübung durchgeführt. Man könnte daher annehmen, dass das für uns langsam, aber sicher zur Gewohnheit wird. Weit gefehlt! Die Übungsannahme ist jedes Mal eine andere und die Lösung der verschiedenen Probleme, die während der Übung auftauchen, verlangen den beteiligten Damen und Herren sehr viel ab“, weiß Mag. Gerhard Widmann, Geschäftsführer des Flughafen Graz aus Erfahrung.

Etwa 300 MitarbeiterInnen, nicht nur des Flughafen Graz, sondern auch der verschiedensten Einsatzorganisationen, des Bundesheers, des Kriseninterventionsteams, der Landeswarnzentrale sowie der Bezirkshauptmannschaft Graz Umgebung, haben heute nicht nur ihr jeweiliges Aufgabengebiet `geprobt´, sondern konnten vor allem auch fest, ob die Alarmierung so vieler Stellen, die Kommunikation untereinander und die Zusammenarbeit funktioniert; oder, ob man für den möglichen Realfall nicht doch noch die eine oder andere Schraube in der Organisation, im Aufbau drehen muss.

„Bei jeder Notfallübung stößt man auf Verbesserungsmöglichkeiten“, weiß Ing. Hubert Jandl, Flugplatzbetriebsleiter, Geschäftsbereichsleiter Airside Management und Cargo, zu berichten. „Oft sind es nur Kleinigkeiten, die Probleme verursachen. Bei den Übungen erkannt, werden sie gemeinsam verändert und bei der nächsten Übung zeigt es sich dann, ob die Veränderung in die richtige Richtung gegangen ist. Das ist der eigentliche Sinn dieser Übungen!“
Um das erreichen zu können sind allem die gute Zusammenarbeit und die vertrauensvolle Kommunikation der verschiedenen Stellen untereinander das Um und Auf, der Schlüssel zum Erfolg!

Übungsannahme:
Ein Flugzeug kollidiert nach dem Abheben mit einem Vogelschwarm, womit eine Kettenreaktion in Gang gesetzt wird. Durch die nacheinander ausfallenden Triebwerke kommt es zu einer unkontrollierten Notlandung, bei der ein mit 10 Personen besetzter Baucontainer touchiert wird, der daraufhin in Flammen aufgeht. Das Flugzeug bricht auseinander, wobei nicht nur die Passagiere, sondern auch die Personen im Container verletzt werden. Das Gepäck - darunter auch radioaktive Teile - wird beschädigt und teilweise über das Gelände verstreut. Eine besondere Herausforderung für alle Beteiligten.

Übungsablauf:

  • Alarmierung der externen Behörden, Dienststellen und Einsatzorganisationen
  • Anrücken der Kräfte
  • Aufbau mobile Einsatzleitung, Einrichtung Flughafen Kernstab
  • Feuerlösch-, Such-, Rettungs- und Bergemaßnahmen
  • Sichern und Bergen des radioaktiven Frachtgutes
  • Errichtung eines Triageplatzes
  • Aufbau behördlicher Führungsstab
  • Einrichtung eines Verkehrsleitsystems
  • Betreuung der unverletzten Passagiere
  • Medizinische Versorgung und Abtransport der Verletzten
  • Identifizierung der Toten
  • Betreuung der Medienvertreter und Beobachter
  • Organisation einer Pressekonferenz



Übungsziel:
Zweck der umfassenden Einsatzübung ist die Überprüfung:

  • der bestehenden Alarmpläne
  • der internen und externen Alarmierung
  • der internen und externen Anfahrts- und Eingreifzeiten
  • aller Notfalleinrichtungen sowie der Informations- und Kommunikationssysteme
  • des Zusammenwirkens aller Behörden, Dienststellen und Einsatzorganisationen, die Such- oder Rettungsdienste durchführen bzw. an deren Durchführung mitwirken.



Übungsteilnehmer:

  • Bezirkshauptmannschaft Graz Umgebung
  • A 20, Landeswarnzentrale für Steiermark
  • A 20, Kriseninterventionsteam Land Steiermark
  • A 20, Land Steiermark – Notfall und Katastrophenmedizin
  • Landespolizeikommando Steiermark - Landeskriminalamt
  • Bundesministerium für Inneres – Flugeinsatzstelle Graz
  • Österreichisches Bundesheer – ABC-Abwehrkompanie /
  • Mehrzweckhubschrauberstaffel / Versorgung
  • Bezirkspolizeikommando Graz Umgebung
  • Bezirksfeuerwehrverband Graz Umgebung
  • Bezirksrettungskommando
  • Berufsfeuerwehr der Stadt Graz
  • Christopherus Flugrettungsverein CFV C 12 Notarzt Hubschrauber
  • Grenzpolizeiinspektion Flughafen Graz
  • Tyrolean Airways
  • Flughafen Graz Betriebs GmbH, Flughafen Graz Bodenservices GmbH, Flughafen Graz SicherheitsdiensteGmbH