24.10.2008 17:20
Übungsskizze zum Szenario

2. Übungsskizze

NOTFALLÜBUNG: Explosion zerstört Tower am Flughafen Graz!

Am Flughafen wird wieder für den Notfall geprobt. Die Übungsannahme ist eher ungewöhnlich und erfordert besondere Mittel: Durch eine Explosion am Tower ist die Evakuierung eingeschlossener Schwer- und Leichtverletzter teilweise nur mit Hubschrauber und Teleskopmastbühne möglich.

Gleichzeitig müssen Brandherde unter Kontrolle gebracht werden. Ein Einsatz, der von den Beteiligten Präzision, Mut und Teamwork erfordert!



1. Die Übungsannahme

Im 9. Obergeschoß des Towers kommt es bei Wartungsarbeiten zu einem Brandausbruch mit anschließender Explosion.
Durch die Detonation werden sieben Mitarbeiter der Wartungsfirma teilweise schwer verletzt.
Weiters wird durch die Wucht der Explosion die Kanzel schwer zerstört. Von den anwesenden Fluglotsen werden einer schwer und vier leicht verletzt.
Durch herabgestürzte Deckenteile ist der Zugang zum Stiegenhaus in die Kanzel nicht mehr möglich, die verletzten Fluglotsen müssen mit Hubschrauber bzw. Teleskopmastbühne geborgen werden.
Durch die Ausbreitung des Feuers kommt es zu einer starken Verrauchung des Stiegenhauses. Die Feuerwehr kann nur mit Atemschutzmasken das Feuer bekämpfen bzw. die verletzten Mitarbeiter der Wartungsfirma bergen.
An der Südseite des Gebäudes werden durch die Explosion Fassadenteile herausgerissen, die auf drei ausfahrende PKW stürzen. Sechs Personen können sich, da sie eingeklemmt sind, nicht selbstständig retten. Bei einem der drei PKW kommt es zu einem Brandausbruch.

„Diese Übung ist für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung“ erklärt Mag. Gerhard Widmann, Geschäftsführer des Flughafen Graz. „Verletzte mit Atemschutzmaske aus dem
9. Stock, oder aus dem 10. Stock per Hubschrauber und Teleskopmastbühne zu bergen, erfordert nicht nur viel Können, sondern auch körperliches Geschick bzw. eine große Portion Mut!“

2. Übungsskizze:

siehe Bild oben

3. Übungsteilnehmer

Auf Grund des Szenarios und des zu erwarteten Übungsverlaufes werden an der Übung Echo 2 folgende Einsatzorganisationen und Dienststellen involviert sein:
• Landeswarnzentrale für Steiermark
• Funkleitstelle Florian Graz Umgebung
• Berufsfeuerwehr Graz
• FF Feldkirchen
• FF Kalsdorf
• FF Seiersberg
• FF Wagnitz
• FF Werndorf
• Notärzte Stützpunkt LKH West / UKH
• Österreichisches Rotes Kreuz
• Austro Control
• Grenzpolizeiinspektion Flughafen Graz
• BMI Flugeinsatzstelle
• BtF. Flughafen Graz
• Erste Hilfe Station Flughafen Graz
• Flugplatzbetriebsleitung
• Flughafen Graz Betriebsbüro
• Notfallbetriebszentrum / Call Center
• Statisten
• Beobachter

4. Der Hintergrund:

Verschiedene Notfallübungen sind nach den Vorgaben der ICAO (International Civil Aviation Organization) und der ZNV (Zivilluftfahrt- Vorfall- und Notfall-Maßnahmen-Verordnung) in einem regelmäßigen Zeitabstand durchzuführen.
Bei diesen Übungen soll festgestellt werden, wie die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Flughafen und externen Einsatzkräften funktioniert. Die daraus resultierenden Erkenntnisse aller Beteiligten sind ein wichtiger Parameter für den Ernstfall.

Jeder in einer Notfallübung erkannte Mangel – ob in der Organisation, Zusammenarbeit, Kommunikation oder Zeiteinteilung - kann bei einem wirklichen Vorfall Leben retten.